Geschichte

Die Gastro- und Hotelierfamilie Scheuble. Ein Blick zurück auf das 100 jährige Bestehen mit allen Höhen und Tiefen.
Ludwig Scheuble Senior

Ludwig Scheuble Senjor wurde im Jahr 1883 in Kuppenheim bei Stuttgart geboren.

Vor dem 1. Weltkrieg desertierte der gelernte Bäckermeister in die Schweiz und lernte Aloisia Metzger aus Möhlin kennen. Sie heirateten und 1911 wurde Louis (Ludwig) als erstes von vier Kindern geboren.

Im Jahr 1915 übernahm das Paar an der Winterthurerstrasse 63 in Zürich Oberstrass eine Bäckerei. Dies war die Geburtsstunde der nunmehr über 100 Jahre dauernden Gastro- und Hotelierfamilie Scheuble.

Aller Anfang ist schwer

Ludwig Scheuble Junior machte wie schon sein Vater eine Ausbildung als Bäcker-Konditor und arbeitete in jungen Jahren im der familieneigenen Betrieb.

Kurz vor dem Ausbruch des 2. Weltkrieges eröffnete der junge Ludwig sein erstes Restaurant, das «Suvretta» an der Bahnhofstrasse. Im Oktober 1940 gründete er die «L. Scheuble & Co.», welche er ein Jahr später im Handelsregister als «Betrieb einer Konditorei sowie mehrerer Restaurants und Tea-Rooms, Beteiligung an ähnlichen Unternehmen und Grosshandel mit in- und ausländischen Weinen und Spirituosen sowie Bedarfsartikel des Gast- und Konditoreigewerbe» eintragen liess.

Die Erfolgstory

Weitere Restaurant-Übernahmen folgten in kurzen Abständen: 1939, das Tea-Room «Alt-Hus» im Stil eines Wiener Kaffeehauses am Talacker 11 (heutige UBS), im Juni 1946 das «Embassy Metropol» im heutigen Metropolhaus mit Restaurant «Francais» an der Fraumünsterstrasse 14, der «Metro Piano Bar» und dem Cabaret-Dancing «Embassy», das spätere «La Ferme» am Stadthausquai 13. 1947 kaufte Ludwig Scheuble das Haus der heutigen «Osteria Borgo» und richtete das «Altstadt» ein schmuckes Café ein. Daraus entstand Anfang der Siebzigerahre ein rustikales Lokal namens «Cintra Bar» im Parterre und der «Gaslight Club» mit Gasbeleuchtung und Go-Go-Girls m ersten Stoc . j

Zu seinen weiteren Lokalen gehörte das «Etoile» an der Brandschenkestrasse 4 vis à vis des Botanischen Gartens am Schanzengraben. Mitte der Fünfzigerjahre übernahm er das Restaurant Zähringer Quick an der Mühlegasse 17, gestaltete es um und richtete zusammen mit seinem Geranten das legendäre Jazzlokal «Africana» ein.

1964 wurde er Pächter des Inselrestaurant «Bauschänzli» mit damals 1500 Sitzplätzen.

Der Einstieg in die Hotellerie

Im Jahr 1968 kaufte Ludwig Scheuble die Liegenschaft des «Africana», Mühlegasse 17 und 19, baute sie um und eröffnete 1969 das «Hotel Scheuble». Nach seinem Tod im Juni 1978 übernahm sein Sohn Beat die Betriebe und ist heute noch in der Verantwortung. Zwar wurden einige Betriebe im Laufe der Jahre an jüngere Fachleute weitergegben, das «Hotel Scheuble» an der Mühlegasse und das Restaurant «Tre Cucine», heute «Osteria Borgo», an der Niederdorfstrasse bleiben aber auch in Zukunft in Familienbesitz. Mit Marco und Sandro klopft auch schon die vierte Generation an die Tür. Beide schrieben ihre Masterarbeit in Wirtschaft und Marco arbeitet neben seiner Ausbildung an der Hotelfachschule im neuen Betrieb.